Erfahrungsbericht eines dualen Studenten der Verwaltungsinformatik.
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In diesem Interview erfahren Sie von Jannis, VIT-Student beim Bundesamt für Verfassungsschutz, warum er sich für ein duales Studium der Verwaltungsinformatik beim BfV entschieden hat und was ihm am Studium besonders gut gefällt.
Wie bist du darauf gekommen, dich gerade beim Bundesamt für Verfassungsschutz für ein duales Studium zu bewerben?
Nach meiner Tätigkeit bei der Bundeswehr, die doch teilweise sehr IT-lastig war, suchte ich mit einer verwaltungsorganisatorischen Tätigkeit in einer Bundesbehörde etwas vollkommen Neues. Der Bezug zur Informatik sollte aber dennoch vorhanden sein.
Das BfV stand anfangs gar nicht bei mir im Fokus. Auf einer Jobmesse wurde ich jedoch am BfV-Stand auf den Studiengang Verwaltungsinformatik (VIT) aufmerksam. Direkt der erste Eindruck war sehr positiv, mein Interesse war geweckt.
Das lag auch daran, dass das BfV ein großes Repertoire an verschiedenen technischen Tätigkeiten anbietet, bei dem jeder VIT-Interessierte für sich den richtigen Job finden kann. Die IT und alle Komponenten, die dazu gehören, sind Grundvoraussetzung, damit die täglichen Arbeiten als Inlandsnachrichtendienst überhaupt erst möglich sind. Gut ausgebildete VIT-Studierende beim BfV tragen maßgeblich dazu bei.
So entschied ich mich schlussendlich für dieses Studium und den Einstieg in einer Sicherheitsbehörde. Rückblickend war die Entscheidung genau richtig für meine persönliche Entwicklung.
Wie sieht dein Alltag als VIT-Student aus?
Das dreijährige Studium gliedert sich in theoretische und praktische Abschnitte. Die Theorie umfasst mehrere Studiensemester am BWZ Münster. Das ist das Bildungs- und Wissenschaftszentrum der Bundesfinanzverwaltung, an dem der Fachbereich der Finanzen der Hochschule des Bundes integriert ist. Den Alltag eines Studierenden am BWZ kann man sich ähnlich wie den an einer Uni vorstellen. Man nimmt an täglichen Vorlesungen teil, macht Gruppen- und Hausarbeiten, lernt das Programmieren und schreibt Modulprüfungen, um das Wissen nachzuweisen. Das Leben innerhalb der „VIT-Gemeinschaft“ am Campus ist sehr familiär und die Atmosphäre zwischen Lehrenden und Studierenden ist wirklich angenehm.
Darüber hinaus gibt es mehrere Praktikumseinsätze an den BfV-Standorten Köln und Berlin. Sie sind dafür da, um das Haus, die Abteilungen und Referate näher kennenzulernen und das Team später auch bei Kleinprojekten und alltäglichen Arbeiten zu unterstützen.
Ebenso umfasst das Studium das Schreiben von wissenschaftlichen Arbeiten, welche neben der Bachelorarbeit auch in den Praktika auf einen zukommen können. Diese weisen meist einen sehr starken Bezug zu typischen Tätigkeiten aus dem Praxisalltag auf.
Welche Möglichkeiten hast du als VIT-Student während der Praktika?
Den Studierenden wird eine große Vielfalt an verschiedenen Tätigkeiten geboten. Die Auswahl der fortführenden Praktika wird in enger Abstimmung mit den Studierenden geplant. So kann sichergestellt werden, dass die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Studierenden optimal eingesetzt und die Wünsche berücksichtigt werden können. Dass dies bei gewissen Kapazitätsauslastungen nicht immer realisierbar ist, sollte dabei dennoch berücksichtigt werden.
Was gefällt dir am Studium besonders gut?
Als VIT-Student kann ich hier im Bundesamt für Verfassungsschutz das breite Spektrum vieler technischer Berufsfelder innerhalb einer Sicherheitsbehörde kennenlernen. Außerdem sind die Tätigkeiten beim Inlandsnachrichtendienst durch ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein geprägt. Schon während der Praktikumseinsätze habe ich gemerkt: Ich kann mich hier voll und ganz auf meine Kolleginnen und Kollegen verlassen und bin mir ebenso bewusst, dass sie sich auf mich verlassen können. Das gibt ein gutes Gefühl und erzeugt eine angenehme Arbeitsatmosphäre.
Was sollten angehende Studierende mitbringen?
Das VIT-Studium wurde vor einigen Jahren als Schnittstelle zwischen Verwaltung und Technik ins Leben gerufen. Auch wenn das Studium primär auf den technischen bzw. Informatikaspekt ausgelegt ist, gibt es Möglichkeiten, verwaltungsorganisatorische Tätigkeiten durchzuführen.
Wer sich für das Studium interessiert, sollte entsprechend technisch affin und interessiert an Informatik und Verwaltungsprozessen sein. Natürlich ist es eine große Hilfe, wenn bereits gute Vorkenntnisse in den Bereichen erweiterte Mathematik, Programmieren, BWL/VWL, Recht und IT-Strukturen vorhanden sind. Dies ist aber absolut nicht zwingend nötig, da alle Inhalte strukturiert und verständlich von erfahrenen Lehrenden vermittelt werden.
Was würdest du zukünftigen Bewerberinnen und Bewerbern grundsätzlich raten?
Das VIT-Studium findet an den Standorten Münster bzw. Köln und Berlin statt. Als zukünftigen Studierenden sollte euch daher klar sein, dass ihr euch in den kommenden 3 Jahren dort aufhalten werdet und bezüglich eures Wohnortes etwas Flexibilität mitbringen müsst.
Außerdem empfehle ich euch eine gute Vorbereitung auf das Auswahlverfahren, z. B., indem ihr euch vorab gut über tagespolitische Sicherheitsaspekte informiert. Und bringt für den gesamten Bewerbungsprozess unbedingt Geduld mit. Das eigentliche Auswahlverfahren mag vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch nehmen. Allerdings ist eine Einstellung in einer Sicherheitsbehörde an eine Sicherheitsüberprüfung gebunden, die durchaus mehrere Monate dauern kann.
Wenn du deine Arbeit in drei Worten zusammenfassen müsstest, wie würden die lauten?
Strukturiert, interdisziplinär und digitalisierungsgetrieben
Informationen zum dualen Studium der Verwaltungsinformatik beim Bundesamt für Verfassungsschutz finden Sie auf unserer Studium-Themenseite.