Analyse des BfV zeigt wachsende Bedrohung durch Nachrichtendienste Russlands

02.04.2025
Die nachrichtendienstliche Gefährdungslage ist gegenwärtig stark durch die aggressiven Handlungen Russlands geprägt. Mit Spionage, Sabotage und Einflussnahme einschließlich Desinformation gehen die russischen Nachrichtendienste gegen Europa und Deutschland vor. Während sich die Sicherheitslage dadurch verschärft hat, sind die Sicherheitsbehörden gefordert, Vorgänge ungewisser Urheberschaft zu untersuchen und zuzuschreiben sowie nachrichtendienstliche Handlungen abzuwehren.
In einer aktuellen Analyse ordnet das BfV die Gefährdungen Deutschlands durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation ein. Dabei werden das umfangreiche nachrichtendienstliche Vorgehen Russlands wie deren negativen Auswirkungen auf die Sicherheitslage aufgezeigt.
Mehr zum Thema: „Gefährdungen durch russische Spionage, Sabotage und Desinformation“
Russland hat als langjähriger nachrichtendienstlicher Akteur ein großes Portfolio entsprechender Werkzeuge aufgebaut, dass gegen unliebsame Gegner zum Einsatz kommt. In der letzten Zeit sind noch weitere Mittel und Methoden hinzugekommen – teils als Reaktion auf Sanktionen und Gegenmaßnahmen europäischer Staaten, teils aber auch, um noch wirkkräftiger auf Konfliktlinien in europäischen Demokratien einwirken zu können.
So konnte das BfV im Umfeld der Bundestagswahl 2025 verdeckte russische Einflussnahmeversuche – mit dem Schwerpunkt Desinformation im Informationsraum – detektieren.
Auch das gestiegene Informationsbedürfnis der russischen Nachrichtendienste in Folge des Angriffskriegs gegen die Ukraine ist durch einen Anstieg an Spionagevorfällen feststellbar, wie auch die gestiegene Bereitschaft für Sabotage. Hierbei nehmen sogenannte „Low-Level-Agenten“ eine besondere Rolle ein. Sie werden für Propaganda, Spionage und Sabotage beauftragt, wobei Kollateralschäden bewusst in Kauf genommen werden.
Künftig ist im Rahmen des aggressiven Kurses Russlands gegen die europäischen Demokratien mit weiteren Handlungen russischer Spionage, Sabotage und Desinformation zu rechnen. Die Verfassungsschutzbehörden unterstützen die Resilienzbildung durch das Identifizieren von Angriffspunkten, Schwachstellen und Einflusssphären, die Härtung von Systemen sowie die Schärfung des Sicherheitsbewusstseins.